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Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski besucht Uni Ulm

© Minis­terium für Wissen­schaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Besuch von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski an der Uni Ulm: Prof. Joachim Ankerhold, QuantumBW-Sprecher; Doktorandin Miriam Resch; Lara Thullner und Yannik Gerdes, Physikstudierende; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski; Martin Rivoir, Landtagsabgeordneter und Universitätspräsident Prof. Michael Weber (v. l.)

Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski besucht Univer­sität Ulm

7.6.2024, Pressemit­teilung der Univer­sität Ulm

Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski besucht Univer­sität Ulm

Magne­tres­o­nanz­to­mo­grafie oder GPS-Navigation beruhen auf quanten­mech­a­nis­chen Funktio­nen. Doch die Quanten­mechanik soll in Zukunft auch abhör­sichere Kommu­nika­tion und hochsen­si­ble Sensoren ermöglichen. Quanten­com­puter könnten bei Simula­tio­nen oder bei der person­al­isierten Medika­mente­nen­twick­lung helfen. Von der zentralen Rolle der Univer­sität Ulm in der Pionier­forschung zur Quanten­wis­senschaft hat sich Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski bei einem Besuch am Donner­stag, 6. Juni, informiert.

Begrüßt wurde die Landesmin­is­terin von Profes­sor Joachim Anker­hold, dem Sprecher des landesweiten Innova­tion­scam­pus zu Quanten­technologien QuantumBW und Leiter des Insti­tuts für Komplexe Quanten­sys­teme der Uni Ulm. Er stellte Forschungsvorhaben am Ulmer Standort und deren Einbet­tung in QuantumBW vor und disku­tierte mit der Wissenschaftsmin­is­terin aktuelle Heraus­forderun­gen. Dabei präsen­tierte er auch verschiedene Aktiv­itäten, mit denen das Forschungs­feld der Quanten­wis­senschaften in die Öffentlichkeit getra­gen werden soll – vom Schüler­la­bor bis zum Science Slam. „Wir freuen uns, der Minis­terin die umfan­gre­ichen Aktiv­itäten im Quanten­bere­ich auf dem Campus vorstellen zu können, die integraler Bestandteil des neuen Innova­tion­scam­pus sind. Die großzügige und langfristig angelegte Förderung durch das Land sind gerade für diese noch junge Technolo­gie mit hohem Innova­tionspoten­zial ganz entschei­dend“, so Profes­sor Ankerhold.

Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski zeigte sich beein­druckt von den Forschungstätigkeiten der Wissenschaft­lerin­nen und Wissenschaftler im Bereich der quanten­physikalis­chen Phänomene. „Als Gründungsmit­glied der Landesini­tia­tive QuantumBW treibt die Univer­sität Ulm die Quanten­tech­nolo­gie voran – von der Grund­la­gen­forschung bis in Anwen­dungs­bere­iche wie Quantum Comput­ing, medizinis­che Bildge­bung oder Sensorik. Dadurch stärken die inter­diszi­plinär Forschen­den Baden-Württembergs hervor­ra­gende Position in diesem Innova­tions­feld. Zwischen Theorie und Praxis entste­hen zudem optimale Bedin­gun­gen für die Nachwuchs­förderung: Im neuen Ulmer Master­stu­di­en­gang ‚Quantum Engineer­ing‘ werden die gefragten Fach- und Führungskräfte von morgen ausge­bildet – für Wissen­schaft, Wirtschaft und die Innova­tion­skraft im Land. Im Wissenschaftsmin­is­terium verfol­gen wir gespannt die zweite Quanten­revolution, zu der unser Innova­tion­scam­pus QuantumBW maßge­blich beitra­gen kann. Wir unter­stützen diese Zukun­fts­forschung nach Kräften“, so Petra Olschowski.
Besuch von Wissenschaftsministerin Petra Olschowski an der Uni Ulm: Prof. Joachim Ankerhold, QuantumBW-Sprecher; Doktorandin Miriam Resch; Lara Thullner und Yannik Gerdes, Physikstudierende; Wissenschaftsministerin Petra Olschowski; Martin Rivoir, Landtagsabgeordneter und Universitätspräsident Prof. Michael Weber (v. l.)
Besuch von Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski an der Uni Ulm: Prof. Joachim Anker­hold, QuantumBW-Sprecher; Doktorandin Miriam Resch; Lara Thull­ner und Yannik Gerdes, Physik­studierende; Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski; Martin Rivoir, Landtagsab­ge­ord­neter und Univer­sität­spräsi­dent Prof. Michael Weber (v. l.). © Minis­terium für Wissen­schaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Forschende setzten auf die Manip­u­la­tion klein­ster Teilchen in künstlichen Diamanten

Anschließend besichtigte die Wissenschaftsmin­is­terin ein Labor im Zentrum für Quanten-Biowissenschaften (ZQB), in dem den Forschen­den eine maßgeschnei­derte Infra­struk­tur zur Verfü­gung steht. Das ZQB (Manag­ing Direc­tor Profes­sor Martin Plenio) dient als zentrale Infra­struk­tur in Baden-Württemberg, um Quanten­ef­fekte in hochkom­plexen Syste­men zu verste­hen und neue Formen der Sensor- und Bildge­bung­stech­nik zu entwickeln. 

Im Anschluss tauschte sich die Wissenschaftsmin­is­terin mit drei Physik-Studierenden vom Bache­lorstudium bis zur Promo­tion aus und warb für ein Studium der MINT-Fächer. Aus- und Weiter­bil­dung von wissenschaftlichen Nachwuchs- und Fachkräften für Wissen­schaft und Wirtschaft ist eines der zentralen Handlungs­felder von QuantumBW.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (2. v. r.) informiert sich zusammen mit Prof. Joachim Ankerhold, Sprecher von QuantumBW (3. v. l.), im Labor von Prof. Fedor Jelezko (l.) über Quantensensorik
Wissenschaftsmin­is­terin Petra Olschowski (2. v. r.) informiert sich zusam­men mit Prof. Joachim Anker­hold, Sprecher von QuantumBW (3. v. l.), im Labor von Prof. Fedor Jelezko (l.) über Quanten­sensorik. © Univer­sität Ulm | Daniela Stang

Exzellenzcluster-Antrag Chem4Quant in nächster Runde

© Dr. Johannes Richers | Visual Science Communication
Projektvisual Chem4Quant

Exzellenzcluster-Antrag Chem4Quant in nächster Runde

2.2.2024, Pressemit­teilung der Univer­sität Ulm

Exzellenzcluster-Antrag Chem4Quant in nächster Runde

Die Univer­sität Ulm hat eine wichtige Hürde bei der Bewer­bung um einen Exzel­len­z­clus­ter genom­men. Sie hat es gemein­sam mit ihren Antragspart­nern aus dem KIT und der Univer­sität Stuttgart in die nächste Runde der Exzel­len­zs­trate­gie des Bundes und der Länder geschafft. Dies haben die Deutsche Forschungs­ge­mein­schaft und der Wissenschaft­srat am 2. Februar 2024 bekannt gegeben.

Das Experten­gremium für die Exzel­len­zs­trate­gie hat aus insge­samt 143 Antragsskizzen 41 Voranträge für die Vollantrag­stel­lung ausgewählt. Darunter ist auch die Antragsskizze „Chem4Quant“ des KIT (Mittelver­wal­tende Univer­sität), der Univer­sität Ulm und der Univer­sität Stuttgart. Ein inter­diszi­plinäres Team aus der Chemie und Physik sowie aus den Computer- und Materi­al­wis­senschaften will in dieser gemein­samen Initia­tive atomge­naue Materi­al­struk­turen für künftige Quanten­technologien entwick­eln. Mithilfe einer chemis­chen Plattform sollen Qubit-Materialien gezielt geplant und aufge­baut werden, sodass sie den beson­deren quanten­tech­nol­o­gis­chen Anforderun­gen bestens gewach­sen sind. Die hochpräzisen Quante­nar­chitek­turen sollen beispiel­sweise für das zukün­ftige Quanten­in­ter­net zum Einsatz kommen.

„Wir sind sehr froh, dass unsere Antragsskizze erfolg­reich war und wir uns nun mit einem Vollantrag um einen Exzel­len­z­clus­ter bewer­ben dürfen“, sagt Profes­sor Fedor Jelezko. Der Leiter des Ulmer Insti­tuts für Quantenop­tik ist Antragssprecher für die Univer­sität Ulm. „In den Standorten Ulm, Stuttgart und Karlsruhe bündeln wir eine weltweit einzi­gar­tige Exper­tise auf dem Gebiet der Quanten­wis­senschaften. Diese Hochtech­nolo­gie gehört zu den Innova­tion­streibern der Zukunft und ist ein Erfol­gs­garant für die weltweite Wettbe­werb­s­fähigkeit unserer Wissen­schaft und Wirtschaft im Südwesten“, betont Profes­sor Michael Weber, Präsi­dent der Univer­sität Ulm, der die gute Nachricht beim Dies acade­mi­cus der Univer­sität Ulm verbre­itet hat.

IQST und QuantumBW bilden Herzstück der Antragsskizze

Herzstück der Quanten­forschung in der Region ist das „Center for Integrated Quantum Science and Technol­ogy“ (IQST). Das Zentrum für Integri­erte Quanten­wis­senschaften und ‑technolo­gie ist ein deutsch­landweit einzi­gar­tiger inter­diszi­plinärer Zusam­men­schluss von Forschen­den aus den Natur- und den Ingenieur­wis­senschaften.

Key Visual der Exzellenz-Atragsskisse Chem4Quant
Im Mittelpunkt der gemein­samen Antragsini­tia­tive des KIT, der Uni Ulm und der Uni Stuttgart, „Chem4Quant“, steht die Entwick­lung einer chemis­chen Plattform für hochpräzise Quantenarchitekturen

Das Zentrum wird gemein­sam getra­gen von der Univer­sität Ulm, der Univer­sität Stuttgart und dem Max-Planck-Institut für Festkör­per­forschung. Gemein­sames Ziel ist die Entwick­lung innov­a­tiver Technolo­gien auf den Grund­la­gen der Quanten­physik. Das IQST ist Teil des vom Land Baden-Württemberg geförderten Kompe­ten­znet­zw­erks QuantumBW, das Akteure aus der Wissen­schaft und Wirtschaft auf diesem Gebiet vernet­zen soll.

Wir sind sehr froh, dass unsere Antragsskizze erfolg­reich war und wir uns nun mit einem Vollantrag um einen Exzel­len­z­clus­ter bewer­ben dürfen.
Prof. Dr. Fedor Jelezko
Leiter des Insti­tuts für Quantenop­tik, Univer­sität Ulm
Prof. Fedor Jelezko
© Eberhardt | kiz

Infor­ma­tio­nen zur Antragsskizze Chem4Quant: Chemis­che Plattform für hochpräzise Quantenarchitekturen

Forschende des KIT, der Univer­sität Ulm und der Univer­sität Stuttgart wollen in der gemein­samen Initia­tive Chem4Quant Materi­al­struk­turen für künftige Quanten­technologien gezielt aufbauen. Trotz der bereits erreichten Durch­brüche bei den Quanten­technologien sind viele der derzeit verwen­de­ten Plattfor­men mit Blick auf Skalier­barkeit, Einstell­barkeit, Position­ier­barkeit und Fehlerko­r­rek­tur noch begrenzt. Mit einer chemiebasierten Plattform schlägt Chem4Quant deshalb einen funda­men­tal neuen Ansatz vor: Mit chemisch exakt definier­baren Quante­nar­chitek­turen lassen sich atomge­naue Materi­al­struk­turen und ihre Quanteneigen­schaften gezielt planen. So können Qubits etwa in elektrischen oder photonis­chen Bauteilen mit einer Präzi­sion unter­halb des Nanome­ter­bere­ichs position­iert werden. 

Ziele der Initia­tive sind neuar­tige Qubit-Materialien und das Realisieren erster Bauteile für das zukün­ftige Quanten­in­ter­net. Dabei kann Chem4Quant auf eine weltweit einzi­gar­tige Exper­tise auf dem Gebiet der moleku­laren Quanten­sys­teme sowie auf etablierte Kooper­a­tio­nen zurückgreifen.

Die Förder­linie Exzel­len­z­clus­ter ist Teil der Exzel­len­zs­trate­gie des Bundes und der Länder. Das Förder­pro­gramm wird von der Deutschen Forschungs­ge­mein­schaft (DFG) umgesetzt. Bewil­ligte Exzel­len­z­clus­ter werden pro Jahr mit 3 bis 10 Millio­nen Euro gefördert. Sie können für maximal zwei Förder­pe­ri­o­den von jeweils sieben Jahren gefördert werden.

Das Antragsver­fahren ist mehrstu­fig. Nun wurden vom Experten­gremium aus insge­samt 143 Antragsskizzen 41 für die Vollantrag­stel­lung (EXC-Anträge) ausgewählt. Die finale Förder­entschei­dung über die zukün­fti­gen Exzel­len­z­clus­ter erfolgt Ende Mai 2025.